Auf der Anlage des Minibahnclubs können Fahrzeuge für 5" im Maßstab 1:11 mit einer Spurweite von 127 mm eingesetzt werden. Die vorhandenen Weichen bieten dem Fahrer viele Fahrmöglichkeiten an.

Im Oktober 1988 konnten zum ersten Treffen der "Interessengemeinschaft Dampfeisenbahn der DDR" die ersten Fahrzeuge, eine Kö und zwei Sitzwagen, getestet werden.

Es vergingen jedoch noch einige Jahre bis der Verein ein privates Gartengrundstück fand. Am Anfang war das vom Besitzer des Geländes zur Verfügung gestellten Geländeteils zu klein, um ein Oval von 21 x 26 m unterzubringen. Daher ruhte das Projekt Gartenbahn bis der Rest des Geländes – im Februar 1992 – zur Verfügung gestellt wurde. Der Aufbau der Gartenbahnanlage konnte beginnen.

Zuerst musste jedoch das ca. 3 000 m² große Grundstück von 1,50 m hohem Unkraut befreit werden. Danach wurde die Gleisanlage um die Obstbäume verlegt, da der Besitzer die Bäume unberührt lassen wollte. Zu dieser Zeit fanden Oberbauerneuerungen an der Schmalspurstrecke statt. Mit Absprache der Bahnmeisterei konnte der DMV die für den Gleisunterbau benötigten Schwellen für sein Projekt bergen. Deswegen wurde das Gleis auf den geborgenen Eisenbahnschwellen verlegt, welche in Gleislängsrichtung in den Boden eingegraben und verdichtet wurden. Als Schienenmaterial kam hochkant stehender Flachstahl zum Einsatz, der auf Vierkanthohlprofil verschweißt und auf den eingegrabenen Eisenbahnschwellen befestigt wurde.

Am 28. Mai 1992 war es dann soweit. Der Fahrbetrieb konnte eröffnet werden. Da der Verein aber nicht die entsprechenden Fahrzeuge hatte, half Jürgen Frank aus Berlin aus. Er kam zu der Eröffnungsfeier und weihte mit seiner Dampflok "Tich" die Strecke ein.

Da das Oval für einen ordentlichen Fahrbetrieb bald zu klein war, musste es erweitert werden. Mit diesem Ziel vor Augen arbeiteten alle fleißig an einer Ausweichstelle und an einem Abstellgleis zum Anheizen. Daher konnte die Streckenerweiterung schon im September 1992 richtig eingeweiht werden. Dazu wurden Bernd Wolschon mit seiner „Vrenli“, Harry Liedke mit seiner Westernlok „MaryE“ und Jürgen Frank mit seiner „Tich“ aus Berlin eingeladen. Am Ende des Tages schenkte Harry Liedke dem Verein eine kleine Dampflok (B-Kuppler) namens "Jumbo", die aber leider nicht funktionsfähig war.

Begeistert davon, eine eigene Lok für die Anlage erhalten zu haben, machte man sich ans Werk. Schon nach zwei Wochen gab sie wieder die ersten Rauchzeichen von sich.

Im Dezember 1992 brachte die Lok genug Leistung, um dem öffentlichen Fahrbetrieb standzuhalten. Dieser startete in der nächsten Saison. Da die Lok aber nur wenige Personen befördern konnte, beschloss der Minibahnclub, eine größere Lok zu kaufen. Bis eine passende Lok gefunden wurde, haben wir im Jahr 1993 den Minibahnclub Dresden e.V. gründen.

Im Sommer 1994 hatte der Club dann eine Lok gefunden, die bis zu 25 Personen befördern kann. Nun stand einem kontinuierlichen Fahrbetrieb nichts mehr im Wege.

Schon ein Jahr später entstand ein neuer Außenkreis und eine Drehscheibe. Jedoch wurde bald eine Unterstellmöglichkeit vermisst, in dem man die Loks abstellen und warten konnte. Deshalb entstand 1997 ein Lokschuppen, der zur Hälfte in der Erde eingelassen wurde. Um die Anlage zu komplettieren, nahm man 1999 eine Umstellung der Weichen auf Elektroantrieb vor und baute im BW-Bereich Anfang 2002 eine Doppelkreuzungsweiche ein um genügend Abstellgleise anschließen zu können.

Nach Jahren kontinuierlichen Aufbaus waren die Clubmitglieder mit ihrer Anlage zufrieden und glücklich. Jedoch schienen im August 2002 alle Eisenbahnerträume zu zerplatzen. Das Hochwasser ging leider nicht spurlos an der Anlage vorbei. Die gesamte Gleisanlage stand zwischen 50 cm bis 1 m unter Wasser. Der Wasserstand im Lokschuppen betrug 25 cm über dem Gleis.

Dennoch konnte das Hochwasser die Mitglieder des Minibahnclubs nicht einschüchtern. Sie hatten schon sehr viel Zeit in die Vereinsanlage investiert und wollten sich ihre Träume nicht nehmen lassen. Deshalb besorgte Peter Winter, Vorsitzender des Vereins, bei der Feuerwehr eine Pumpe. Dadurch konnte das Wasser in einer relativ kurzen Zeit abgepumpt werden. Nachdem die Pumpe tagelang lief, war das Grundstück trocken. Daraufhin musste der Lokschuppen und die Werkstatt trocken gelegt und bei den Elektroantrieben die Motoren ausgetauscht werden.

Dank der Mithilfe aller Mitglieder kann man dem Grundstück nicht mehr ansehen, dass es noch vor einem Jahr unter Wasser stand. Es erstrahlt in einer schönen Blütenpracht mit einem zusätzlich entstandenen weiteren Innenkreis und einer neuen Abstellgruppe.

Dieses schön angelegte Gelände ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Wolfgang Krenitz

Text erschien in dieser Form im Gartenbahner